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Für eine regionale Bildungspolitik  (20.07.2010)
Seit Jahren ist die Bildungspolitik ein politisches Schlachtfeld. Was früher vorwiegend auf Gemeinde- oder ausnahmsweise auf Kantonsebene entschieden wurde, ist heute Gegenstand nationaler Bildungspolitik. Denn im Zuge der Harmonisierung des Bildungssystems werden den Gemeinden und Kantonen immer mehr Kompetenzen entzogen. Bildungspolitisch soll nämlich eine Gleichschaltung, eine Vereinheitlichung stattfinden, die es unerlässlich macht, die bildungspolitische Souveränität der Gemeinden und Kantone zu beschneiden. Dieser fortschreitende Prozess widerspricht zwar dem urschweizerischen Ideal des Föderalismus, geniesst aber in Zeiten, wo die Wirtschaft immer öfters die Bildungspolitik diktiert, grosse politische Rückendeckung. Die SVP versucht zwar, ein Gegengewicht zu bilden, scheitert aber oft schon an der Komplexität der Aufgabe.

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Als es beispielsweise darum ging, über den Lehrplan 21 – einen für alle Kantone verbindlichen Lehrplan – abzustimmen, enthielt sich die SVP kleinlaut der Stimme. Der Artikel stiess dann auch auf kräftige Zustimmung. Erst im Nachhinein wurde der Volkspartei bewusst, was der neue Lehrplan eigentlich bedeutet: Vereinheitlichung des Schulwesens durch Definition verbindlicher Inhalte. Zu diesen Inhalten wird notabene auch Gender-Mainstreaming gehören, also die Lehre davon, dass Geschlechter eine Einbildung sind. Dass nationalistische Politik genau hier ansetzen muss, liegt angesichts des breiten Unmuts innerhalb der Bevölkerung auf der Hand. Die SVP hat sich als nicht fähig erwiesen, den Kampf auf dieser ausserordentlich wichtigen Ebene zu forcieren. Weder Harmos noch Lehrplan 21 wurden von Anfang an aktiv bekämpft, obwohl beide Vorlagen höchst gefährlich sind für unsere Kinder. Sie brechen nämlich einerseits mit einer jahrhundertealten Schweizer Tradition und bilden andererseits die Grundlage dafür, künftig vollkommen neue bildungspolitische Wege zu beschreiten. Diese werden gekennzeichnet sein durch staatliche Bevormundung, Einschränkung der elterlichen Gewalt, Vorrang der Wirtschaft über Bildungsinhalte und politische Indoktrination in den Schulzimmern.

Die Volksschule soll eine multikulturelle, sexuell neutrale Wohlfühloase werden, wo nur Hochdeutsch gesprochen wird und wo Kuschelpädagogen das Leistungsprinzip durch eine Nivellierung des Lernniveaus ersetzen werden. Die Volksschule wird so nicht mehr in der Lage sein, die zukünftigen Schweizer Bürger mit dem nötigen Wissen auszustatten, um an der Urne die richtigen Entscheide fällen zu können. Wer weiss, wie lange wir überhaupt noch das Privileg haben werden, mitzubestimmen und nicht einfach nur abzunicken…


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